Ende Januar 2026 kam es am Ziegeleiteich 2 infolge einer länger anhaltenden Frostperiode zu einem zunehmenden Sauerstoffmangel unter geschlossener Eisdecke.
Hintergrund: Winterlicher Sauerstoffmangel
Bei dauerhaft geschlossener Eis- und Schneedecke ist der natürliche Gasaustausch zwischen Wasser und Atmosphäre stark eingeschränkt. Gleichzeitig wird durch den Abbau organischer Substanz am Gewässergrund weiterhin Sauerstoff verbraucht. Pflanzen produzieren aufgrund fehlenden Lichteinfalls kaum noch Sauerstoff. In flacheren oder nährstoffreicheren Gewässern kann es dadurch innerhalb kurzer Zeit zu kritischen Sauerstoffkonzentrationen kommen, die den Fischbestand gefährden.
Verlauf und Maßnahmen
Am 25.01.2026 wurden zunächst mehrere Öffnungen in die Eisdecke geschnitten, um einen Gasaustausch zu ermöglichen. Die örtliche Feuerwehr unterstützte diese Maßnahme im Rahmen einer Eisrettungsübung.
Trotzdem sanken die Sauerstoffwerte weiter ab. Am 02.02.2026 wurde ein kritischer Wert von 0,5 mg/l gemessen – ein Bereich, in dem für viele Fischarten akute Lebensgefahr besteht.
Ab dem 03.02.2026 wurde daher aktiv Luft in das Gewässer eingebracht. Mithilfe eines Kompressors wurde Sauerstoff eingetragen und eine erste Wasserbewegung erzeugt.
Am 04.02.2026 konnte zusätzlich ein Luftheber (Mammutpumpe) in Betrieb genommen werden. Dadurch wurde eine intensivere Wasserumwälzung erreicht, die zu einer deutlichen Vergrößerung der eisfreien Fläche führte. Der Sauerstoffeintrag verbesserte sich spürbar. Ergänzend wurde eine Membranpumpe eingesetzt, um einen Bereich dauerhaft eisfrei zu halten.
Beobachtungen vom 05.02.2026 zeigten eine deutliche Ansammlung von Fischen direkt unter der Eisdecke in den belüfteten Bereichen. Die Fische hielten sich gezielt in den sauerstoffreicheren Zonen auf – ein klares Anzeichen für die zuvor angespannte Situation.
Ergebnis
Durch das schnelle und abgestimmte Eingreifen konnte die Lage stabilisiert und der Fischbestand am Ziegeleiteich 2 wirksam geschützt werden.



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